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2011

Überblick Jahrgang 86 (2011)

Wie gehen Staaten und Gesellschaften mit kollektivem Unrecht nach Gewaltkonflikten um? Das ist das Erkenntnisinteresse der Forschung über Transitional Justice (TJ), das Thema des vorliegenden Sonderbandes. Das Heft untersucht verschiedene Mechanismen der Vergangenheitsaufarbeitung (außerhalb von Rache) sowie deren Wirkungsweise und Funktionsbedingungen. Die Varianz an möglichen Instrumenten reicht von Amnesien, Amnestien, Wahrheitskommissionen, Entschuldigungen und Reparationen bis hin zu Tribunalen. Das Spektrum der untersuchten Konflikte und Länder deckt innerstaatliche wie internationale Verbrechen und verschiedene Kontinente (Europa, Afrika, Asien, Latein- und Südamerika) ab. Die ausgewählten Beiträge analysieren TJ-Prozesse aus einer theoriegeleiteten und/oder vergleichenden Perspektive mit dem Ziel, zu einem besseren bzw. analytischeren Verständnis von TJ zu kommen: Transitional Justice 2.0.

Abhandlungen

Einleitung: Transitional Justice 2.0. Zur konzeptionellen Erweiterung eines noch jungen Forschungsprogramms
Stefan Engert / Anja Jetschke

Die Konsequenzen jahrzehntelanger Amnes(t)iepolitik in Spanien. Das Fallbeispiel der Kleinstadt Llanes (Asturien)
Beatrice Schlee

Zweierlei Amnesie und die komplexe postkoloniale Lage Namibias
Reinhart Kößler

Der Kaiser hat ja keine Kleider an! – Strafverfolgung durch hybride Tribunale
Anja Jetschke

Durch Recht oder Symbolik zur Versöhnung? Ein Vergleich der Versöhnungswirkung des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und politischer Entschuldigungen im ehemaligen Jugoslawien  
Michel-André Horelt

Die Staatenwelt nach Canossa: Eine liberale Theorie politischer Entschuldigungen  
Stefan Engert

Reparationen als Instrument der Transitionalen Gerechtigkeit. Was erklärt die Regeleinhaltung?   
Mia Swart

Vergehende Wahrheit und wahre Vergangenheit. Verspätete Wahrheitskommissionen in Lateinamerika und Afrika im Vergleich  
Florian Ranft

„Versöhnung“ als leerer Signifikant im Kontext politischer Transitionen: Eine diskurstheoretische Konzeptualisierung   
Judith Renner


 

Heft 3-4: 10 Jahre Krieg gegen den Terror

Der 11. September 2001 ist zu einem symbolträchtigen Datum geworden. Zehn Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center ist es Zeit, nach den Spuren zu fragen, die der „Krieg gegen den Terror“ außen- und innenpolitisch, rechtlich und gesellschaftlich hinterlassen hat. Auf internationaler und völkerrechtlicher Ebene befassen sich die Beiträge in diesem Heft mit multilateralen Ansätzen der Terrorismusbekämpfung im Rahmen der Vereinten Nationen, mit einem potenziell entgrenzten Selbstverteidigungsrecht gegen Terroristen und der Figur eines weitgehend rechtlosen „illegalen Kombattanten“. Überprüft wird zudem der Zusammenhang zwischen failed states und Terrorismus, auf den die Politik des state-building aufbaut. Nach innen blicken ein Beitrag, der das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit in der Sicherheitspolitik verschiedener europäischer Staaten vergleichend untersucht, und ein Beitrag zu der Frage, ob – wie in den USA – der 11. September 2001 auch in Deutschland eine „Generation 9/11“ geprägt hat.

Abhandlungen
United we fight? Terrorismusbekämpfung im Rahmen der Vereinten Nationen seit dem 11. September 2001
Patrick Rosenow

Strategien gegen die Unsicherheit. Europäische Sicherheitsmaßnahmen nach 9/11   
Mathias Bug / Sebastian Enskat / Susanne Fischer / Philipp Klüfers / Jasmin Röllgen / Katrin Wagner

What’s in a Name? The Categorisation of Individuals under the Laws of Armed Conflict
Noam Lubell

Operation Enduring Freedom und das Recht auf Selbstverteidigung gegen Terroristen  
Christian Schaller

Zum vermeintlichen Zusammenhang zwischen gescheiterten Staaten und globalem Terrorismus 
Aidan Hehir

„Generation 9/11“? Zur Frage der gesellschaftlichen Verarbeitung der Terroranschläge in Deutschland
Daniela Schiek / Carsten G. Ullrich